Trusted Data: Der Kunde will‘s wissen

Ob mit Blick auf Lebensmittel, Mode oder andere Produkte – ein Kunde gewinnt Vertrauen, wenn seine Bedürfnisse geachtet werden. Und diese sind gestiegen. Insbesondere mit Blick auf transparente Produktinformationen. Für Unternehmen eine Herausforderung. Doch Lösungen sind vorhanden.

Informieren auf allen Kanälen
Heute, im Zeitalter der Digitalisierung, haben Verbraucher ein enormes Informationsbedürfnis. Diesem gilt es nachzukommen, wollen Unternehmen mit dem Wettbewerb Schritt halten. Der Gesetzgeber unterstützt den Wunsch nach Transparenz, indem er Händlern und Herstellern unterschiedlicher Branchen immer mehr Informationspflichten auferlegt. NGO und Medien üben zusätzlichen Druck aus. Beispiel Lebensmittelsektor: Die EU-Lebensmittelinformations-Verordnung (LMIV) schreibt vor, wie Lebensmittel zu kennzeichnen sind – stationär und online. Das Ziel ist Klarheit bei Allergenen, Nährwerten, Imitaten und Herkunft. Vor allem bei der Etikettierung und Informationsweitergabe innerhalb der Wertschöpfungskette müssen die Vorgaben erfüllt werden. Und die Kette kann lang sein. Beispiel Modebranche: Allein der Weg eines Hemdes von der Baumwollproduktion bis zum Point of Sale führt über mehrere zehntausend Kilometer rund um den Globus. Das entsprechende Datenmanagement und der damit zusammenhängende Informationsbedarf sind in der geforderten Qualität nur mithilfe moderner Datenverarbeitungstechnologien zu stemmen.

Hinzu kommt: Der Kunde denkt nicht mehr in Absatzkanälen, sondern wählt das gewünschte Produkt oder die favorisierte Marke subjektiv und situativ. Omnichannel lautet das Schlagwort. Smartphone und Tablet spielen dabei eine entscheidende Rolle: Mit ihnen verfügt der Kunde über „portables Wissen“ und hat überall und jederzeit Zugang zu Produktinformationen inklusive Preisgefüge und Lieferverfügbarkeiten. Und er erwartet im Onlineshop andere Leistungen als im Geschäft des stationären Handels. Damit ist nicht zwangsläufig ein anderes Sortiment gemeint, sondern vielmehr die Form der Ansprache, die Darstellung der Information über ein Produkt sowie die Gestaltung des Einkaufserlebnisses abgestimmt auf die Einkaufsmotivation. Sind die Informationen fehler- oder lückenhaft, schürt das Unzufriedenheit – und ein geplanter Kauf bleibt vielleicht aus. Das ist ärgerlich für alle Akteure.

E-Commerce: Standards nutzen allen Beteiligten
Kurz gesagt: E-Commerce ist Trend! Rund 47 Milliarden Euro setzte der Onlinehandel im Jahr 2015 laut EHI um – Tendenz steigend. Doch profitieren können nur Unternehmen, die ihre Geschäftsmodelle, ihre gesamte Infrastruktur und ihre Markenpräsenz auf die sich rasant verändernden Bedürfnisse der Konsumenten ausrichten. Und dazu gehört auch die Bereitstellung vollständiger und korrekter Informationen – und zwar entlang der gesamten Supply Chain. „Trusted Data“ lautet das Stichwort. Die Technologien dafür sind vorhanden – und werden mehr und mehr genutzt. Doch das Management der Daten sollte für Unternehmen nicht nur Pflichtaufgabe sein. Hier öffnen sich vielfältige Möglichkeiten, das Kundenvertrauen zu gewinnen und zusätzliche Umsätze zu erzielen.

Ein aktuelles Beispiel ist die GTIN-Nutzung: Um das vielseitige Angebot für Nutzer anwenderfreundlicher zu strukturieren, verlangen immer mehr Online-Marktplätze – darunter auch Amazon und Ebay – sowie Suchmaschinen wie Google eine eindeutige Produktidentifikation der angebotenen Waren mit der globalen Artikelnummer GTIN (ehemals EAN bzw. UPC). Sie gewährleistet, dass für jedes Produkt die gleichen Attribute mit Informationen hinterlegt sind. Auf diese Weise finden Kunden schneller, was sie suchen. Für Onlinehändler bedeutet das: steigende Kundenzufriedenheit und damit die Chance auf Umsatzsteigerung. Zudem können Produkte dank GTIN zügig und ohne manuellen Aufwand in die eigenen Warenwirtschaftsprozesse übernommen werden. Darüber hinaus lassen sich Geschäftspartner eindeutig identifizieren. Denn die globale Artikelnummer beinhaltet auch die Global Location Number (GLN), die nur auf ein einziges Unternehmen weltweit registriert ist. Damit wirkt sie wie ein Fingerabdruck im nationalen und internationalen Geschäftsverkehr. Das Ergebnis sind transparente Informationen und damit effizientere Prozesse und die Chance auf Umsatzsteigerung.

Ein Beitrag von Frank Metz | Leiter E-Commerce bei GS1 Germany

Foto: Pixabay / GS1 Germany

Werden Sie Unterstützer von Digital Cologne!

Ihr Engagement zählt. Beteiligen Sie sich an unserer Initiative!